Chatsucht

Fluch oder Segen – wenn das Internet zur Sucht wird – Chatsucht

Immer mehr Menschen nutzen das Internet und immer mehr Menschen kommunizieren mit anderen über das Internet. Chatseiten und die sogenannten Social Networks wie Facebook, Twitter und Co. gehören immer mehr zum Alltag sowohl vieler Jugendlicher als auch immer mehr Erwachsener. Die Gefahr ist groß, dass das Chatten und Kommunizieren über das Internet zu einer regelrechten Chatsucht werden, ohne dass die Betroffenen es merken. Anstatt Freunde, Verwandte und neue Bekannte im sogenannten „real life“ zu treffen, wird immer mehr gechattet. Bei manchem ist die Chatsucht bereits sogar schon so ausgeprägt, dass Schule, Hobbies, Arbeit und existierende Freunde immer mehr vernachlässigt werden. Nur wenige, die unter Chatsucht leiden, sehen ein und begreifen, dass es sich bei ihrer Chatsucht um ein ernstzunehmendes Problem handelt. Auch das permanente Kommunizieren per SMS mit dem Handy kann neben der Chatsucht vor dem heimischen PC zur Sucht werden, wenn die Betroffenen nicht merken, dass ihr normales Leben sich mehr und mehr verändert.

Ein weiteres ernsthaftes Suchtproblem ist neben der Chatsucht auch eine sogenannte Sucht nach Online-Sex. Menschen, die sich immer wieder und immer häufiger Sex- und pornografische Seiten im Internet anschauen oder anstelle eines normalen Sexuallebens fast ausschließlich nur noch Cybersex mit Fremden haben, sind stark gefährdet, in einer normalen Partnerschaft irgendwann nicht mehr klarzukommen, da sie entweder nicht von ihrer Online-Sexsucht loskommen oder Dinge, die auf pornografischen Seiten in der Regel oft stark übertrieben dargestellt werden, für normal halten und davon ausgehen, dass ein eventueller neuer Partner diese Dinge auch alle mag.

Ob es aber nun um Chatsucht, Handysucht oder Online-Sexsucht geht, wie kann den Betroffenen geholfen werden? Ist Chatsucht, genau wie Drogensucht, eine „echte“ Sucht? Die Frage kann mit ja beantwortet werden, auch wenn die Chatsucht oder die Online-Sexsucht andere Auswirkungen auf den Menschen hat wie eine Sucht nach zum Beispiel Alkohol oder den sogenannten harten Drogen. Betroffene müssen zunächst einmal einsehen, dass sie ein Problem im Umgang mit dem Internet oder dem Handy haben. Bei Kindern und Jugendlichen können meist noch die Eltern eingreifen, indem sie zum Beispiel den Internetzugang durch bestimmte Programme zeitlich einschränken. Viele Jugendliche werden aber dann in der Regel andere Wege wie das Internetcafé oder Computer von Freunden finden, um weiter ihrer Chatsucht nachzugehen. Für Eltern ist es daher wichtig, selbst aufgeklärt zu sein über die Gefahren der Chatsucht und mit ihren Kindern darüber zu sprechen. Eltern sollten Jugendlichen auch unbedingt Alternativen wie zum Beispiel eine Mitgliedschaft im Sportverein, der Theatergruppe etc. ermöglichen.

Schwieriger ist es bei Erwachsenen, die unter Chatsucht oder Online-Sexsucht leiden, denn diese sehen sich selbst meist nicht als süchtig an, viele von ihnen haben auch nicht viele Kontakte in der realen Welt, sondern verschanzen sich mehr und mehr hinter ihrem Computer. Folgen einer Chatsucht bei Erwachsenen können große Kontaktschwierigkeiten im echten Leben sowie eine Vereinsamung desjenigen, der unter der Chatsucht leidet, sein. Wer unter Chatsucht leidet und einsieht, dass in seinem Leben etwas nicht mehr in Ordnung ist, der kann sich professionelle Hilfe durch eine Psychotherapie holen. Da die wenigsten Süchtigen ihr Verhalten aber als Chatsucht oder Online-Sexsucht verstehen, ist es wichtig, dass, wenn noch Kontakte im realen Leben bestehen, diese Menschen bei Anzeichen einer Chatsucht oder Online-Sexsucht mit dem Betroffenen sprechen, ihn auf die Gefahren der Chatsucht hinweisen und Ratschläge geben, wie die Chatsucht bekämpft werden kann. Ist der Betroffene willig, etwas gegen seine Sucht zu tun, so ist dieser auf dem besten Weg Hilfe anzunehmen, die Sucht in den Griff zu bekommen und wieder ein normales Leben zu führen.

Chatsucht: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,00 von 5 Punkten, basieren auf 2 abgegebenen Stimmen.

Loading...

{ 1 Kommentar… lies ihn unten oder füge einen hinzu }

Dana Oktober 29, 2011 um 00:40

sorry dass ich dich verschmäht habe schatz. :-*

Hinterlasse einen Kommentar

{ 1 trackback }

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: