Computer und Fernsehkinder – einsam statt gemeinsam

Gastbeitrag von www.initiative.cc

Viele Kinderzimmer sind vollgestopft mit Bergen von leb- und lieblosen Spielsachen und krankmachendem Elektrosmog. Die Kinder tragen ihre krankstrahlenden Handys am Körper und schlafen darauf, sind immer „online“ und „auf Draht“, ständig in Erwartung und in der Hoffnung, dass sie jemand „braucht“.

Doch diese Kommunikation und Zuwendung bleibt technisch kalt. Sie ist und wird nicht echt und nicht lebendig. Da steigt die Sehn-Sucht nur noch mehr. Und stündlich und minütlich steigt der Bedarf an diesem Kommunikationsersatz. Doch Handys können nicht, was sie versprechen. Menschlich gesehen gibt es viele Verlierer und kranke, leere Seelen – der Konsum aber freut sich über volle Kassen.

Die anderen sitzen fasziniert, bewegungslos, oft stundenlang und wie gefesselt vor ihren Monitoren. Die Freunde spielen nicht draußen auf den Wiesen, sie sind „in den unendlichen Weiten des Internet – im Netz“ (bis zu 9 Std. pro Tag – Mitteilung eines Schülers im März 2007). Ständig auf der Suche nach dem „Du“. Gemeinschaft wird gepflegt und vorgetäuscht in Online-Spielen und in virtuellen Welten. Hier sind die Kinder auch beziehungsfähig und sehr pflichtbewusst. Im Computerspiel aber, da ist die Welt nicht echt, nur virtuell.

Doch nicht nur das. Durch das Abtauchen in diese virtuellen Welten (ver)schwindet die Wahrnehmungsfähigkeit, verkommt das Raum- und Zeitempfinden, die Gefühlswelt und die Fähigkeit, sich im realen Leben gut zurecht zu finden. All diese Fähigkeiten werden im Gehirn nur mangelhaft bis gar nicht ausgebildet oder es verkommt.

Und sind die Kinder bei Computerspielen in ihrem Denken auch noch so schnell, so klug und konzentriert, trainiert wird im Gehirn nur einseitiges Spezialistentum. Das starre Blicken auf den Monitor und die Bewegung von zwei Fingern ist zu wenig für den Aufbau komplizierterer Gehirnstrukturen. Für zutiefst humane Haltungen wie Achtsamkeit oder Behutsamkeit fehlt die Vielfalt an Vernetzungen, die Feinheit der Strukturen. Viel Wesentliches kommt zu kurz.

Denn, was das Hirn nicht lernt, das kann es nicht. All diese Verknüpfungen fehlen dann und diese „armen“ Kinder werden immer mehr. Die Welt (auch Schule) wird schwer und anstrengend erlebt, sie ist nur fad und fremd – sie wird zum Feind. Viele Computerkinder sind dann keine Helden mehr, da haben sie Probleme, finden sich nicht zurecht und werden zum Problem (für andere). Die Lösung heißt: zurück ins Netz. Dort hab ich meine Ruh, da tu ich was ich will.

So leben wir in einem Land der Reichen, in dem unübersehbar immer mehr (Kinder und Erwachsene) trotz so genanntem „Wohlstand“ innerlich und seelisch weltweit zu den Ärmsten zählen. Die Werbung preist das Glück als kaufbar an – wir geben Milliarden. Doch dieses Glück flammt nur kurz auf und ist dann wieder weg – so werden viele süchtig nach Konsum und gehen doch leer aus. Kinder aber wollen LEBEN und nicht Geld. Einsame Kinder vor und hinter Fernsehapparaten, die in Kinderzimmern nichts verloren haben, geben Zeugnis davon ab.

„Abhängig wird ja niemand, weil es Fernsehgeräte, Computer oder Computerspiele gibt, sondern weil sich mit Hilfe dieser Spiele Bedürfnisse befriedigen lassen, die eigentlich auf andere Weise gestillt werden müssten.“

So schenken Sie zu Ostern diesmal vielleicht einen Zeit-Gutschein oder ein paar Minuten echter Kommunikation – ein bisschen Auferstehung und Lebendigkeit.

Von Markus Hagler/ St.Georgeni.A.

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Till Februar 13, 2011 um 14:15

Interessante Informationen! Ich werde mich damit in Zukunft mehr auseinandersetzen! Freue mich auf neue Posts!

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