Tiefenpsychologische Zusammenhänge zwischen Erziehung und späterem Suchtverhalten

Gastbeitrag von www.elternkompetenzzentrum.ch

Seit langem ist es bekannt, dass die ersten Erfahrungen des Kleinkindes im Leben tiefe Spuren in seiner Seele hinterlassen. Die Tiefenpsychologie von Alfred Adler hat bereits vor hundert Jahren den Zusammenhang zwischen den ersten Lebensjahren und den späteren Verhaltensweisen des Menschen beschrieben.

Heute kann auch die Hirnforschung bestätigen, dass im Gehirn sehr früh schon Lernpro-zesse stattfinden, je nach dem, welche Erfahrungen das Kind mit seinen primären Bezugspersonen macht, die im Normalfall die Eltern sind.

Die allerwichtigste Erfahrung der Kleinkinder ist das Erleben einer sicheren, positiven, emphatischen Bindung zu den Erwachsenen, damit sie sich gesund entwickeln können und  eine starke Persönlichkeit werden. Solche Menschen wissen später genau, was sie möchten, was ihnen nützt oder schadet und begegnen die Schwierigkeiten des Alltags mit problemlösendem Verhalten, anstatt von  den Problemen wegzuschauen.

Unsere erzieherische Regeln in den letzten Jahren haben sich sehr verändert. Die alte strenge Tradition ist einem weichen, unsicheren, manchmal chaotischen Erziehungsstil gewichen. Für die Stärkung des Charakters des Kindes ist leider keiner dieser Stile vorteilhaft. Die Unsicherheit vieler Eltern löst auch bei den Kindern Unsicherheit aus und viele reagieren darauf mit Aggression, Angst oder Flucht.

Wenn das Kind bereits gelernt hat, auf Erwartungen der Eltern mit Flucht zu reagieren, dann ist der Boden für eine spätere Suchtreaktion vorhanden. Es ist deshalb wichtig, die Eltern und das Krippenpersonal früh, vorbeugend auszubilden, um späteren Süchten vorzubeugen. Was muss ein Kind mit seinen Bezugspersonen erleben, damit es gegen die Suchtgefahr gewappnet ist? Neben der zärtlichen, liebevollen Umgang ist es wichtig, dem Kind mit klaren Grenzen Si-cherheit zu geben. Sie sollen eine große Freiheit erleben können, die Welt erforschen und entdecken, fröhliche Menschen kennenlernen, freundliche Beziehungen erfahren, aber auch ganz klar, eindeutig wissen, wo die Grenzen dieser Freiheit sind. Die Grenzen sollen dem Kind so vermittelt werden, dass es keine Angst bekommt. Die traditionelle Erziehung hat mit Angst erzogen, weil es noch nicht bekannt war, dass die Angst die Kinder nicht fördert, sondern sie krank macht. Die verwöhnende  Erziehung, die dem Kind keine Grenzen setzt, ist für das Kind genau so schädlich,  weil  es zu  wenig Gelegenheit gibt, Schwierigkeiten erfolgreich zu überwinden und deshalb die Mut des Kindes daran nicht wachsen kann. Kinder brauchen Ausgaben, Probleme, Herausforderung, um Erfolgserlebnisse sammeln zu können!

Was tun, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher bereits soweit falsch entwickelt ist, dass er Suchtverhalten zeigt? Die Erziehenden Bezugspersonen, meistens die Eltern, müssen Hilfe holen, damit sie ihr Verhalten dem Kind gegenüber verändern können.

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Schweizerisches ElternkompetenzZentrum (SEKZ)
www.elternkompetenzzentrum.ch

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