Glücksspielsucht

Glücksspielsucht ist erkennbar – und heilbar

Worin begründet sich Glücksspielsucht? Computeranwender, die an Online-Glücksspielen teilnehmen, sind sicherlich nicht allesamt spielsüchtig. Heutzutage weiß man, dass Glücksspielsucht durchaus eine erbliche Komponente in sich tragen kann – d. h. diejenigen, deren Großvater beispielsweise bereits Haus und Hof verspielt hat, neigen möglicherweise mit einer größeren Wahrscheinlichkeit zur zwanghaften Teilnahme an Online-Glücksspielen. Doch für den Weg, den wirklich krankhaften Faktor der Glücksspielsucht auszugrenzen zu können, mögen nun konkrete Hinweise folgen. Vorab sei gesagt: Ergeben sich konkrete Hinweise, dass die Glücksspielsucht des Betroffenen tatsächlich einer Verhaltensstörung zuzuschreiben ist, kann durch therapeutische und klinische Maßnahmen direkt eingegriffen werden.

Der Glücksspieler versucht, nur fadenscheinig seine Glücksspielsucht zu erklären

Das wesentliche Merkmal einer tatsächlichen Glücksspielsucht besteht im irrationalen Verhalten des Betroffenen. Hier ist gemeint: Er tätigt Äußerungen, um sein – offensichtlich stark fehlerhaftes – Verhalten zu entschuldigen. Es kann sich um die Rechtfertigung handeln, trotz offensichtlichem Risiko eine große Summe einsetzen zu wollen: Nämlich er möchte angeblich „wiedergewinnen“, was er vorher verspielt habe und dies ließe sich mit umso höheren Einsätzen umso zuverlässiger arrangieren, so mag er gegenüber anderen angeben. Doch dies ist keine entschuldbare Aussage – wiederholt sich dieses Verhalten öfter, ist Glücksspielsucht bereits anzunehmen. Weiterhin: Gegenüber Lebenspartnern, Eltern oder anderen kann es vorkommen, dass der Betroffene auffällige Aussagen darüber trifft, warum er nach einer unverhältnismäßig kurzen Zeit (etwa einer Woche) seinen Monatslohn nicht mehr zur Verfügung hat und eventuell um ein privates Darlehen bittet. Weiß nun jemand aus dem Umkreis der betroffenen Person, dass diese zeitweise (auch bereits vor Wochen schon) offensichtlich den Zugang zu Online-Glücksspielen gesucht hat, ist hier der Verdacht der Glücksspielsucht durchaus gerechtfertigt. Immer gilt: Lieber zu schnell „falschen Alarm“ über eine vermeintliche Glücksspielsucht schlagen, als dass im Nachhinein mehrere zehntausend Euro entweder fehlen oder an Schulden bei einer Bank oder auch unseriösen Gläubigern vorhanden sind.

Glücksspielsucht – niemals ein zwingender „Ausweg“, stets eine gefährliche Sackgasse

Es kann stets vorkommen, dass Personen unverschuldet in finanzielle Krisen geraten. Ein nicht versichertes Haus fällt einem Brand zum Opfer oder unvorhergesehene Kosten entstehen im Zusammenhang mit familiären Pflege- oder Todesfällen. Auch hiermit kann die Teilnahme an Online-Glücksspielen nicht begründet werden. Geschieht dies trotzdem (und versucht die betroffene Person, dies so glaubhaft wie möglich zu präsentieren), ist der Verdacht auf Glücksspielsucht gegeben. In finanziellen Krisenfällen können Schuldnerberatungen angesprochen werden, Kirchen oder andere gemeinnützige Organisationen – jedem erwachsenen Bürger sind diese Möglichkeiten bekannt und jeder weiß, dass im Zweifel selbst die (auf Glücksspielsucht sensibilisierte) Telefonseelsorge zuständige Ansprechpartner nennen kann. Wie es auch bei anderem Suchtverhalten der Fall ist (Drogen, Alkohol, Nikotin oder zwanghafte Handlungen), kann genau dann die Glücksspielsucht in besonderem Maße „ausbrechen“, wenn der Betroffene einen Schicksalsschlag erlebt. Dies kann – wie erwähnt – ein finanzielles Problem sein, jedoch ebenfalls die üblichen Lebenskrisen wie Krankheit, Scheidung, Mobbing, Depressionen o. ä. können hier zu den „Auslösern“ gehören. Natürlich – so ist die herrschende Meinung – hat die Glücksspielsucht in ihrer Veranlagung bereits vorher bestanden, jedoch bei ritualisierten Tagesabläufen, sicheren finanziellen und familiären Verhältnissen etc. bewerten die Betroffenen ihre Lage nicht als negativ und es entsteht nicht das Verlangen, eine solche negative Lage durch ausgeübte Glücksspielsucht kompensieren zu wollen.


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