Internet-Sucht in der Grundschule

Internet-Sucht beginnt oft schon in der Grundschule – Wenn Kinder zu viel Online spielen

Die Thematik der Internet-Sucht im Grundschulalter ist noch so neu, dass kaum ein geschulter Pädagoge und noch weniger die Eltern wissen, wie sie damit umgehen können. Dabei fängt alles ganz harmlos an. Viele Mütter und Väter sind froh, wenn ihr Nachwuchs sich so konzentriert und fasziniert vor dem Computer beschäftigt. Das damit der Grundstein für eine Internet-Sucht gelegt werden kann, ist noch kaum bekannt.
Die Verharmlosung der Internet-Sucht hat gravierende Folgen für alle Beteiligten.

Zu kritisiert sind sehr deutlich die Schulen, denn oft werden dort die Augen vor der Problematik der Internet-Sucht verschlossen.
Das es auch anders geht, zeigen einige Schulen im Ort Würmtal (Deutschland). Dabei setzt die Neurieder Grundschule auf Prävention, damit eine Internet-Sucht erst gar nicht entstehen kann. Starke Kinder sind weniger suchtgefährdet, deshalb arbeitet diese Grundschule mit einer Musikschule und einem Sportverein zusammen. Denn aktive Kinder mit sinnvollen Hobbys und vielen sozialen Kontakten entwickeln sich zu starken Persönlichkeiten ohne Tendenzen zur gefürchteten Internet-Sucht. Auch die Volksschule Lochham (Deutschland) engagiert sich für das Thema Internet-Sucht. Die Lehrer dieser Schule absolvieren regelmäßige Fortbildungen um sich und ihre Schüler gegen eine Internet-Sucht zu wappnen. Der zweite Fokus dieser Schule in puncto Internet-Sucht ist die enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Auch in diesem wichtigsten sozialen Umfeld der Schüler findet Aufklärung über die Internet-Sucht statt.

Kinder lieben Online Spiele, die Industrie ist sich dieser leichten Opfer nur zu bewusst und bewirbt die junge Zielgruppe massiv. Deshalb trägt die Wirtschaft eine große Verantwortung für die Internet-Sucht von Grundschulkindern. Kinder sind noch nicht dazu in der Lage, Wirklichkeit und Fiktion wirklich zu differenzieren. So geraten sie sehr schnell und tief in die Fänge der Online Spielwelten und damit der Internet-Sucht.

Wie können Eltern ihren Kindern ein gesundes Verhältnis zum Computer beibringen? Dazu gibt es ein paar wirkungsvolle Strategien. Zum Beispiel sollten Sie ein Kind im Grundschulalter nicht zu lange alleine vor dem Computer spielen lassen. Eltern sollten sich dazu setzen und auch immer wieder das Gespräch mit dem Kind über die Hintergründe und Mechanismen der digitalen Welt suchen. Der bewusste Umgang mit dem Computer von Klein auf ist eine wichtige Prävention gegen die Internet-Sucht. Es sollten auch klare Vereinbarungen über die erlaubte Spieldauer vor dem Computer getroffen werden. Eine deutliche Begrenzung der Spielzeit in der Online Welt prägt sich dem Kind ein und macht es stark gegen die Verführungen der Internet-Sucht. Eine große Rolle spielt natürlich auch die Vorbildfunktion der Eltern. Denn wenn sie selbst stundenlang in digitale Welten versinken, dann werden sie ihren Kindern nur schwer vermitteln können, dass es sich dabei um eine Internet-Sucht handelt. Eine Internet-Sucht wird heute schon von einer Generation in die Nächste getragen. Kinder nehmen sehr genau wahr, wie viel Zeit die Eltern selbst online verbringen. Dieser Umstand prägt sich tief in das kindliche Gehirn ein. Für Kinder aus diesen Familien ist es völlig normal, unverhältnismäßig viel Zeit im Internet zu verbringen. Diese fehlende innere Distanz zu den digitalen Rollenspielen überträgt sich dann automatisch auf die Kinder. Zur Internet-Sucht ist es dann nur noch ein ganz kleiner Schritt.

Die Vermittlung der wichtigen Medienkompetenz und die Medienerziehung ist eine große Herausforderung für Eltern. Und in vielen Grundschulen ist das Internet bereits ein Bestandteil des Unterrichtskonzeptes. Das diese Chance des neuartigen Lernens auch mit dem Risiko einer Internet-Sucht verbunden ist, sollte allen Pädagogen und Eltern bewusst sein. Es reicht nicht, den Kindern einen kompetenten Zugang zum Internet in puncto Chatten, Viren und Passworten zu vermitteln. Die wirklichen Gefahren lauern oft aus einer ganz anderen Richtung. Eine Internet-Sucht beginnt wie alle anderen Süchte früh und entwickelt sich schleichend. Ein wirkliches Alarmzeichen für eine Internet-Sucht können die Eltern daran erkennen, wenn sich ihr Kind immer mehr vor der Offline-Realität verschließt. Der Rückzug in die eigene virtuelle Welt ist ein ganz typisches Merkmal für das Leiden an der Internet-Sucht. Dabei tragen speziell Onlinerollenspiele ein riesiges Potential für eine Internet-Sucht in sich. Denn ihre Faszination besteht aus den angeblich unendlichen Abenteuern, die ein Kind dort erleben kann. Die anonymen Verbindungen zu den Mitspielern ersetzen dann schnell die realen sozialen Kontakte. Das reale Leben wird ausgeblendet, alles dreht sich nur noch um die Online Welt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss der Weg zu einer Suchtberatung gefunden werden.

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