Koleriker

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet man Menschen, die emotional unausgeglichen und leicht erregbar sind, als Koleriker. Wer sich schnell aufregt und eine Tendenz zu schwer kontrollierbaren Wutausbrüchen hat, sollte sich eingehender mit dem Thema befassen, denn hier kann bereits das Krankheitsbild des Kolerikers vorliegen, welches im Extremfall aggressive Ausschreitungen gegenüber anderen Menschen oder Gegenständen beinhaltet und daher rechtzeitig behandelt werden sollte.
Die Problematik wird dadurch verstärkt, dass der heutige Lebensstil das Auftreten von Verhaltensweisen, welche einem Koleriker zugeschrieben werden, noch begünstigt.
So wurde beispielsweise festgestellt, dass Computersucht oftmals mit ähnlichen Symptomen einhergeht. Ist man bereits von ‚Natur‘ aus Koleriker, so kann wiederum die übermäßige Arbeit am Computer die Krankheitszeichen noch verstärken.

Doch was versteht man genau unter Computersucht, welche Anzeichen weisen auf ein derartiges Krankheitsbild hin und worin besteht die Gefahr einer Verbindung mit der Persönlichkeitsstruktur des Kolerikers?

Der Übergang von einer gesunden und notwendigen Nutzung des Computers bis hin zum suchtartigen Verhalten mit seinen negativen Begleiterscheinungen ist sicherlich fließend. In der heutigen Gesellschaft kann man sich der Arbeit am PC kaum mehr entziehen und viele Berufe erfordern einen täglichen Einsatz.

Eine Sucht kann man an den psychischen Begleiterscheinungen festmachen. Wer beispielsweise bereits nach wenigen Stunden ein starkes Bedürfnis verspürt, erneut den PC zu nutzen, und mit regelrechten Entzugserscheinungen wie Unruhe oder Sorge, etwas Wichtiges zu verpassen, zu kämpfen hat, der kann bereits als computersüchtig bezeichnet werden. Weitere Symptome sind Gewaltbereitschaft, Unausgeglichenheit und Schlafprobleme.

Die Neigung zur Aggressivität kann zum einen eine Folge des Entzugs und der damit einhergehenden Angst und Unzufriedenheit sein, zum anderen jedoch auch in dem vielen Computerspielen innewohnenden Gewaltpotential, welches in zahlreichen Untersuchungen nachgewiesen wurde, begründet liegen.

Ein großes Problem nicht nur für Koleriker, sondern auch für Menschen, die im Rahmen der Sucht ähnliche Symptome entwickeln, besteht darin, dass man bei den Computerspielen nicht in eine authentische Interaktion mit seiner Umwelt tritt und das Krankheitsbild somit oftmals erst im schweren Stadium erkannt wird.

Ein Koleriker, welcher sozialeren Hobbys wie Fußball, Schwimmen etc. nachgeht, wird nicht nur die Möglichkeit haben, sein psychisches Gleichgewicht wiederherzustellen und seine Aggressionen durch sportliche Betätigung abzubauen, sondern auch regelmäßiges Feedback durch seine Umgebung bekommen, wenn es zu einem der klassischen Wutanfälle kommt. Entsprechend wird der Koleriker gezwungen sein, sein Verhalten zu ändern beziehungsweise Hilfe bei Experten zu suchen, um ‚gesellschaftsfähig‘ zu bleiben.
Tragischerweise können jedoch die unangenehmen Reaktionen der Umwelt auf die ständigen Launen des Kolerikers diesen regelrecht in die Computersucht treiben.

Denn die kritiklose digitale Welt verspricht selbst dem aufbrausenden Temperament des Kolerikers ein erfolgreiches Leben ohne soziale Abstufungen und damit einhergehende Diskriminierungen. In dieser Welt muss sich der Koleriker nicht für sein Verhalten rechtfertigen, denn es bestehen keinerlei Einschränkungen, Barrieren und damit auch Hemmschwellen.

Es ist einleuchtend, dass sich auf diese Weise Kritikfähigkeit und realistische Selbsteinschätzung auf ein Mindestmaß reduzieren und es Koleriker entsprechend vorziehen, in ihrer ‚heilen‘ Welt zu bleiben, in der der Erfolg in ihren eigenen Händen liegt und sie vollkommen unabhängig von der Außenwelt daran arbeiten können.

Werden Computersüchtige mit den kleinsten Herausforderungen, die ihnen die Realität stellt, konfrontiert, so kann dies bereits zu einer unverhältnismäßig heftigen emotionalen Reaktion führen, welche mit dem Verhaltensmuster eines Kolerikers gleichzusetzen ist.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Stressresistenz durch die Computersucht eingeschränkt wird, und dass selbst ausgeglichene Menschen bei der übermäßigen Nutzung des PCs zum Koleriker werden können. Liegt bereits die Persönlichkeitsstruktur eines Kolerikers vor, so kann die Computersucht diese bis zu einem Maß begünstigen, welche eine Gefahr für das jeweilige Umfeld darstellen kann.

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fuchs November 3, 2013 um 09:54

bin als koleriker bezeichnet worden, im zusammen hang bei einer Unterhaltung mit meiner frau. sitze sehr selten am pc- ca. im Monat 10 stunden.

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