Medienkonsum

Um Publikum und damit Werbeeinnahmen zu gewinnen, stilisieren die Massenmedien starke Emotionen empor: zur Darstellung kommen vorzugsweise Gelüste und Laster, Todesangst, Betrug und Rache, Sex and Crime. Der Medienkonsum soll gesteigert werden. Durch das Aufkommen der kommerziellen Fernsehsender in den 1980er Jahren und den dadurch entstandenen Konkurrenzdruck haben sich Werbe- und Verbrechenseinlagen über alle Sender und Programme explosionsartig vermehrt – insbesondere in Kindersendungen und -spielen. 80% der Computer- und Konsolenspiele sind gewaltträchtig, 20% davon explizit gegen Frauen.

Der Medienkonsum wirkt sich problematisch auf Körper, Geist und Seele aus. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass ein starker Medienkonsum von Bildschirm-Medien negative Wirkungen zeigt: auf der körperlichen Ebene sind Bewegungsmangel/Übergewicht und Haltungsschäden zu verzeichnen, auf der geistigen Ebene Störungen der Aufmerksamkeit, Lese- und Schreibschwächen sowie verminderte Denkleistungen. Der seelische Schaden besteht in der Einimpfung von menschenfeindlichen Werten und Verhaltensnormen sowie von Konsum-Sehnsüchten.

Diese Entwicklung der Medienkonsum geht mit Isolation, innerer Unruhe und Depressivität einher. Der Konsum von Mediengewalt führt zur Herabsetzung von Empfindlichkeit und Empathie (als natürliche Schutzfunktion) sowie zu einer höheren Aggressivität und vermehrter Gewaltbereitschaft (als Reaktion). Medien können natürlich auch didaktisch sinnvoll eingesetzt werden. Und in gewissen Spielen werden strategische, in den meisten motorische Fertigkeiten entwickelt. Doch zu welchem Preis? In der Realität zeigt sich, dass die negativen Effekte überwiegen; je länger konsumiert wird, umso stärker. Die Wirkung von Bildschirm-Medien ist also dosisabhängig: die Schulleistungen werden signifikant tiefer, wobei die schwächeren Schüler stärker abgeben, wodurch sich eine verhängnisvolle Schere aufmacht. Zu berücksichtigen ist, dass ein Fernsehgerät im eigenen Zimmer den Medienkonsum von Kindern durchschnittlich um eine Stunde täglich erhöht (dies gilt auch für den Computer). Übermäßiger Medienkonsum führt nicht nur bei Gewalt zu einer Entfremdung und einer Einengung, die Suchtcharakter annehmen können.

Insbesondere folgende Konsumformen tendieren dazu, außer Kontrolle zu geraten: Fernsehen, Chatten, Gamen, Surfen, Handy-Telefonieren und Kaufen/Verkaufen. Die beiden letztgenannten Tätigkeiten können zudem schnell in die Schuldenfalle führen. Durch Chatten sind manche Kinder von Erwachsenen zu sexuellen Handlungen verführt worden. Während Mädchen die Medien eher zur Kommunikation einsetzen, spielen die Jungen vorwiegend Kampf- und Ballerspiele. Dadurch üben sie aggressive Verhaltensweisen geradezu ein. Insofern erweist sich der schädliche Effekt durch Computer und Internet stärker als durch das Fernsehen. Online-Spiele, die in Cliquen gespielt werden, haben dabei das höchste Suchtpotential. Bei einer übermäßigen Internetnutzung vermindern sich die realen Kontakte zu Freunden, die Beziehung zu den Eltern verschlechtert sich und die Depressivität steigt auf das Doppelte.

Kontrollieren sie ihren Medienkonsum aktiv und lassen sie sich nicht passiv von den Medien kontrollieren

{ 0 Kommentare… füge jetzt einen hinzu }

Hinterlasse einen Kommentar

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: