Hey, es ist doch nur ein bisschen Porno, und ich bin nicht sexsüchtig, warum soll das eine große Sache sein?

Gastbeitrag von Mike Genung

Vor einiger Zeit rief ich einen alten Freund an, um Hallo zu sagen, und nach kurzer Zeit sprachen wir über meine Arbeit, sexuell zerbrochenen Menschen zu helfen. Nachdem ich ihm von meinem zwanzig Jahre langen Kampf gegen sexuelle Abhängigkeit erzählt hatte, sagte mein Freund: „Nun, ich bin nicht sexsüchtig, ich schaue mir nur gelegentlich mal Pornographie an!“

Heute gibt es viele, die sich als „gelegentliche-Pornographie-Anschauer“ bezeichnen, oder G.P.A.s, wie ich sie nenne. Sie schauen sich hin und wieder einmal Pornographie an, vielleicht nur ein paar Mal im Jahr, und sie sehen kein Problem darin. Schließlich handelt es sich ja nur um Bilder, niemand sieht es; wieso sollte das jemanden verletzen?

In Matthäus, 5, 27 sagt Jesus: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Ich aber sage euch: Jeder, der eine Ehefrau ansieht, um sie zu begehren, hat ihr gegenüber in seinem Herzen schon Ehebruch begangen.“

Aus dieser scharfen Aussage Jesu wissen wir, dass es emotionaler und geistlicher Ehebruch ist, einen anderen Mann oder eine andere Frau zu begehren. Sich selbst zu befriedigen, während man sich die Bilder von nackten Frauen ansieht, führt die Sünde des Ehebruchs einen Schritt weiter; lustvollen Gedanken wird praktische Ausübung hinzugefügt, wodurch Öl aufs Feuer gegossen wird.

Was würde deine Frau sagen, wenn du zu ihr kämst und sagst: „Liebling, dieses Jahr werde ich die Ehe nur dreimal brechen. Einmal in diesem Monat, dann wieder im Juli und zum letzten Mal noch einmal im Dezember. Aber ich werde dabei niemanden anrühren, ich werde nur Bilder von anderen nackten Frauen ansehen und mich dabei selbst befriedigen. Aber ich werde keinen echten Sex mit anderen Personen haben, nur ich allein und die Bilder. Okay?“

Zweifellos würde deine Frau zornig werden und sich sehr verletzt fühlen. Warum? Weil sie weiß, dass wahre Liebe aus dem Herzen kommt, und du nimmst diese Liebe, die du ihr allein versprochen hast, und gibst sie jemand anderem.

Ich kenne eine Frau, die ihren Mann dabei überraschte, als er beim Anschauen pornographischer Bilder masturbierte. Dieser Anblick ihres Mannes, der überall auf dem Boden Pornomagazine vor sich ausgebreitet hatte und Sex mit sich selbst hatte, zerbrach ihr das Herz. Das Trauma, das dieses Paar deswegen durchlebte, unterschied sich kaum von dem, was sie erlebt hätten, wenn sie ihn mit einer anderen Frau erwischt hätte.

Eine andere Frau, deren Mann Probleme mit sexueller Gebundenheit hat, schrieb:

„Mein Mann und ich sind jetzt etwas mehr als ein Jahr verheiratet. Er hatte ein Problem mit Pornographie und ist jetzt über zwei Jahre frei davon. Bis heute kämpfe ich noch immer mit dem Schmerz darüber, und ich weiß nicht, wie ich davon genesen kann. Ich habe Gott gebeten, dass Er mir den Schmerz nimmt, so dass wir miteinander intim sein können, ohne dass ich mich daran erinnere, was er getan hat. Ich habe ihm vergeben, aber der Schmerz ist immer noch so groß. Ich werde niemals dieses Bild sein, und woher soll ich wissen, dass er es nicht von mir erwartet? Er sollte doch mich lieben, und wie kann ich einen Mann zufrieden stellen, der nur zufrieden gestellt wird von dem Bild einer Frau in seiner Phantasie, die ich nie sein werde, einem Bild von jemandem, der nie seine Frau sein wird. Verheiratete Männer oder solche, die die Absicht haben, eines Tages zu heiraten, sollten wissen, dass so etwas den Ehepartner wirklich tief verletzt. Mein Mann ist mit mir bekümmert über den Schmerz, den ich habe. Ob du es glaubst oder nicht, es beeinflusst unser sexuelles Leben, und ich kann nicht verhindern, dass es in meinen Kopf auftaucht … jedes Mal.“

Eine der größten Lügen, die Satan einflüstert, ist: „Ein kleines bisschen Lust ist nicht schlimm; los doch, das bist doch nur du mit Bildern. Niemand erfährt davon.“ Tatsache ist, dass „nur ein klein wenig Pornographie“ einen maßgeblichen Anteil an der Zerstörung vieler Ehen hat. Bei einer Zusammenkunft der „American Academy of Matrimonial Lawyers (Amerikanische Anwaltsvereinigung für Eherecht) im Jahre 2003 gaben zwei Drittel der 350 anwesenden Scheidungsanwälte an, dass bei mehr als der Hälfte der Fälle, die sie vertraten, Internetpornographie eine Rolle spielte. Außerdem sagten sie, dass „Pornographie noch vor sieben oder acht Jahren so gut wie gar keine Rolle in Scheidungsfällen einnahm“.

Mein Freund, vielleicht bist du nicht sexsüchtig, aber wenn du dich mit Pornographie beschäftigst, begehst du Ehebruch und verletzt deine Frau. Außerdem höhlst du deine Seele aus und zerstörst deinen Charakter. „Gelegentliches Pornographie anschauen“ unterscheidet sich nur wenig von Sexsucht, kann sogar schlimmer sein. Menschen, die mit sexueller Gebundenheit kämpfen, landen oft schnell auf der Nase, was sie dazu zwingt, sich schneller nach Hilfe auszustrecken. Ich habe Leute erlebt, die nur gelegentlich Pornographie angeschaut haben und diese Sünde bis ins höhere Alter mitgeschleppt haben. Dass muss nicht so sein …

von Mike Genung www.loveismore.de

Mike Genung beschreibt seinen Weg aus der Pornographie in die Freiheit Hier lesen

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Carsten Juni 26, 2011 um 20:15

Ich habe deinen Artikel gelesen und finde deine Argumentation schlüssig. Allerdings solltest du auch bedenken das viele Männer diese Art der Befriedigung nutzen um Druck abzubauen, was wiederum dem Familienfrieden zugute kommt.

Sabine August 18, 2011 um 07:04

Hallo,
ich kann diesen Artikel nur bestätigen! Ich habe es selbst erlebt! Durch diese Chat-Sex-Sucht ging unsere 19 Jahr. Beziehung und auch unsere Kinder einschließlich mir kaputt! Bei ihm blieb es auch nicht nur beim ansehen, die Versuchung wurde zu groß und er hat nachgegeben!
Mir und den Kindern geht es heute, nach 4 Jahren wieder besser, aber der Schmerz bleibt, die Kinder werden dadurch ihr Leben lang `Trennungskinder`bleiben. Ich bin jetzt eine Àlleinerziehende` und habe mit sehr vielen Vorurteilen zu kämpfen. Auch ich war immer der Meinung, zu einer Trennung gehören immer 2!! Dem ist nicht so!! Aber Gott gibt uns die Stärke und die Kraft, weiter zu machen und wieder glücklich zu werden, auch wenn es ein weiter, steiniger Weg ist. Wie es dem Vater der Kinder geht, weiß ich nicht, möchte ich auch nicht wissen. Er lebt wieder in einer Beziehung, aus dem Chat, ob es da besser läuft??? Ich möchte mit einer so großen Sünde nicht leben, könnte ich auch nicht. Aber es ist nun mal so, dass diese Menschen meist nicht wissen und auch nicht wissen wollen, dass da etwas nicht richtig lief und sie die Schuld daran hatten. Ich bekam nie eine Entschuldigung und den Wunsch nach Vergebung! Dass ich ihm nicht vergeben kann, was er den Kindern angetan hat, damit muss ich nun leben, `Vergebe unseren Schuldigern` ich bitte Gott um Vergebung, dass ich nicht vergeben kann!!!

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