Onlinesucht

Suchtkrankheiten haben in letzten Jahren immer weiter zugenommen. Die Onlinesucht ist auf dem Vormarsch.

Neben stofflich gebundenen Suchtkrankheiten wie der Alkohol- oder Drogensucht, spielen auch Süchte wie Kauf- oder Spielsucht eine große Rolle. Die Erforschung dieser nicht stofflich gebundenen Süchte in den vergangenen Jahren hat dazu geführt, dass sie als Suchtkrankheiten anerkannt werden. Eine Suchtkrankheit dieser Kategorie ist die Internet- oder Onlinesucht.
Mit der Verbreitung der Internetanschlüsse in nahezu jedem Haushalt und der, dank Flatrate-Tarifen, vergleichsweise geringen Kosten, wächst die Zahl der Menschen, die sich ihren Alltag ohne das Internet nicht mehr vorstellen können. Das allein bedeutet natürlich noch keine Onlinesucht. Erst wenn man die Kontrolle über das eigene Internetverhalten verliert, sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob eine Onlinesucht vorliegt. Erstes Anzeichen ist das ziel- und planlose Surfen im Internet. Man hat Langeweile, schaltet den Rechner an und surft ohne genaue Vorstellungen im Netz. Schnell hat man mehr Zeit am PC verbracht als geplant. Führt dieses Verhalten dazu, dass man seine (Haus-)Arbeit, Familie und Freunde vernachlässigt, liegt eine Onlinesucht vor. In extremen Fällen führt Onlinesucht dazu, dass Betroffene völlig die Kontrolle über ihre Zeit am Computer verlieren. Sie vernachlässigen Schlaf und die Nahrungsaufnahme erfolgt nebenbei oder wird ganz vergessen. Betroffene verheimlichen oder verharmlosen ihr Onlineverhalten. In den Anfängen beurteilen sie ihr Verhalten meist als völlig normal. Wird die Onlinesucht extrem, kann es nach Kontrollverlusten jedoch verstärkt zu Schuldgefühlen kommen, die zusätzlich die Psyche belasten. Um sich besser zu fühlen, wird die Onlinesucht erneut befriedigt: ein Teufelskreis, der in den meisten Fällen nur mit professioneller Hilfe zu überwinden ist. Die Ausprägungen der Onlinesucht sind dabei durchaus vielfältig. Onlinesucht ist ein Überbegriff für zahlreiche Süchte die das Internet betreffen.
Bei der Kommunikationssucht sind Betroffene verstärkt in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter oder in Online-Chats unterwegs. Die realen Freunde werden zunehmend vernachlässigt, was dazu führen kann, dass diese sich abwenden, was den Betroffenen noch mehr an die virtuelle Gemeinde bindet.
Eine weitere Form der Onlinesucht ist die Onlinesexsucht. Betroffene besuchen ständig Sexseiten im Internet und sind abhängig von Sex-Chats, Life-Webcam-Strips, Pornobildern oder Cybersex.
Auch die Kaufsucht hat ihr Pendant im Internet. Bei der Online-Kaufsucht sind Opfer süchtig nach der Schnäppchenjagd im Internet. Auf Vergleichsseiten wird ständig nach den neuesten und besten Angeboten gesucht. Dabei spielt es keine Rolle ob das Kaufgut benötigt wird oder nicht.
Aus dem planlosen Surfen im Internet kann sich auch eine Informationssucht entwickeln. Das Internet bietet eine schier grenzenlose Menge an Informationen und Schlagzeilen. Bei der Informationssucht sind Betroffene ständig auf der Suche nach neuen Ereignissen. Beispielsweise werden Nachrichtenseiten mehrmals täglich besucht. Auf bevorzugten Internetseiten wird ständig nach Neuigkeiten geschaut.
Die Opfer der Downloadsucht suchen ständig nach neuen Dateien wie z.B. Musikdateien, Filmen und Software. Die meisten davon landen unbesehen auf diversen Datenträgern.
Eine besonders gefährliche, weil finanziell bedrohliche, Onlinesucht ist die Onlineglücksspielsucht wie z.B. der Sucht nach Online-Poker und Casino-Seiten im Internet.
Bei der Computerspielsucht verlieren Betroffene besonders stark den Bezug zur Realität. Bei Online-Rollenspielen oder Egoshootern tauchen sie völlig in eine virtuelle Welt.
Besonders anfällig für Onlinesucht sind Personen mit Depressionen oder Einzelgänger, die ohnehin einen schlechteren Bezug zur realen Gesellschaft haben. Vermuten Freunde oder Angehörige einen Fall von Onlinesucht, sollten sie dem Betroffenen Alternativen anbieten als Möglichkeiten für Freizeitbeschäftigungen, sich selbst ausgiebig über diese Suchterkrankung informieren und dem Betroffenen Anregungen geben. Es ist wichtig, dem Betroffenen nicht das Gefühl zu vermitteln ein Problem oder Hilfsfall zu sein, da er sich sonst verschließt. Wichtig ist dem Betroffenen Anregungen zu geben und dem Betroffenen zum Nachdenken über die eigene Situation zu bringen. Der Betroffene sollte die helfende Person als Freund sehen, bei der er sich jederzeit Unterstützung holen kann zur Bewältigung der Onlinesucht.

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Janna Stempel Juni 6, 2014 um 20:32

Hallo, ich komme gerade von einem sogenannten Kurzurlaub zurück und mein Freund hat sich ohne mein Wissen frei genommen um die Tage mit Computerspielen zu nutzen. Ich habe das von der Nachbarin erfahren, bin außer mir vor Wut und weiß nicht mehr weiter, weil er sein Verhalten auch nicht ändern möchte und nichts einsieht usw. Ich mach schön das Falsche, so das er mir für alles auch noch die Schuld geben kann und ich ihn da sogar wohl noch mehr in die vermeintliche Sucht hinein treibe. Ist zwar ja auch echt schwer, ihn da überhaupt zu erreichen und er meint, ich dramatisiere es, nur weil es noch extremere Fälle gibt. Doch das Thema lässt mir keine Ruhe, weil es die Lebensqualität ja schon beeinträchtigt. Wir haben es hier als Neue in der Umgebung halt eh schon schwer und ich wünsche mir einfach ein bißchen Unterstützung von ihm. Ich könnte noch viel weiter ausholen, aber ich hoffe die nötigen Informationen reichen erstmal. Vielen Dank für ihre Hilfe! Mit freundlichen Grüßen,

Janna Stempel

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