Spielsucht

Die Online Spielsucht

SpielsuchtSpielsucht ist eine Krankheit, die den Alltag des süchtigen Menschen bestimmt. Dennoch ist Computerspielsucht, auch als Computersucht, Internetsucht oder Online Spielsucht bezeichnet, bis heute keine offiziell anerkannte Diagnose. Man streitet sich darüber, ob die Spielsucht eine eigenständige Erkrankung ist oder nur ein Symptom von anderen, zugrundeliegenden psychiatrischen Erkrankungen. Letzteres wird von der These genährt, dass Menschen, die tagelang vor dem Computer sitzen und spielen, unter anderen Störungen wie Ängsten oder Depressionen leiden. Dadurch aber, dass die Online Spielsucht nicht ernst genommen wird, erschwert sich auch ihre Behandlung. Krankenkassen kommen beispielsweise für die Kosten einer Therapie nicht ohne weiteres auf – und dass, obwohl Computerspielsüchtige das typische Verhaltensmuster von Süchtigen aufweisen. Auf das Computerspielen reagieren sie psychophysiologisch etwa wie Abhängige psychotroper Substanzen. Psychologen ordnen die digitale Spielsucht deshalb den stoffungebundenen Süchten, also den Verhaltenssüchten, zu.

Die Grenzen von exzessivem Computerspielen zur Spielsucht sind fließend. In unserem digitalen Zeitalter ist es normal, viel Zeit vor dem Rechner zu verbringen, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein – und eben auch zu spielen, seien es MMORPGs (Massive Multiplayer Online Role-Playing Games), also Online Rollenspiele wie World of Warcraft, Ego Shooter wie Counter Strike oder Online-Glücksspiele wie etwa Onlien-Poker im Online-Casino.

Die meisten Computerabhängigen spielen in erster Linie Rollenspiele oder Egoshooter. Diese kommen der Veranlagung der oftmals einsamen Spielerseelen am nächsten, erklärt Dr. Ralf Thalemann, Kinder- und Jugendpsychotherapeut des Sozialpädiatrischen Zentrums der Berliner Charite. Ego Shooter würden zum Abbau von Aggressionen genutzt, während die Interaktion in den virtuellen Zauberwelten der MMORPGs den Spielern ein Leben ermöglicht, von dem sie in der Realität nur träumen können. Der Alltagsfrust wird im Spiel kompensiert. Spielsüchtig werden kann jeder, vom Kind bis zum Erwachsenen. Oftmals sind aber gerade Jugendliche betroffen, Männer stärker als Frauen. Gerade unsichere, sozial isolierte Personen sind gefährdet, eine Spielsucht zu entwickeln.

Meist beginnt es harmlos. Alarmzeichen, dass eine Spielsucht vorliegen könnte, sind in erster Linie das Ausmaß, also die vor dem Computer verbrachte Zeit, sowie die Wichtigkeit, die dem Computerspielen eingeräumt wird. Mehr als zwei bis drei verspielte Stunden am Tag seinen kritisch, meint der Experte. Bei einer vollends entwickelten Spielsucht sind 17-Stunden-Tage vor dem Rechner allerdings keine Seltenheit. Der Besuch von Schule, Ausbildung oder Arbeitsstelle wird zunehmend schwer bis unmöglich. Der Abhängige kann jedoch keinen Bezug zwischen den negativen sozialen Konsequenzen und seiner Spielsucht herstellen. Wird ihm der Computer entzogen, reagiert er nervös, gereizt, verzweifelt bis hin zu extremer Aggressivität.

Paart sich die Computerspielsucht mit der Glücksspielsucht, kommt eine fatale Online Glücksspielsucht heraus, mit allen Kennzeichen einer nicht virtuellen Spielsucht und einer Computerspielsucht. So kommen neben den vielen am PC verbrachten Stunden und der sozialen Isolation bei der Online Spielsucht noch die finanziellen Konsequenzen hinzu, durch die jede Glücksspielsucht gekennzeichnet ist. Geködert mit simpler strukturierten Spielgeldspielen, führt der Weg vieler Spielsüchtiger nicht selten über Echtgeldspiele direkt in die Spielsucht – und den persönlichen Ruin. Wie bei der „realen“ Spielsucht spielen die Onlinespielsüchtigen trotz dieser erheblichen persönlichen Nachteile weiter. Sie haben die Kontrolle über ihr Verhalten verloren. Auch hier werden nicht selten vertrauensvolle Beziehungen zerstört, ein Lügengeflecht wird aufgebaut, da nicht zugegeben werden soll, dass wegen der Spielsucht beispielsweise der Monatslohn, das Geld für Miete und Essen „verzockt“ wurde.

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Stephan Mai 3, 2011 um 17:28

Sehr guter Beitrag – kann diesem nur zustimmen!

Habe in meiner Spielerkarriere umgerechnet ca. 60.000 EUR verzockt.

Heute selbständig – habe bis heute keinen Cent mehr verzockt.

Habe u.a. ein Hörbuch veröffentlicht, jenes sich mit der Thematik Automatensucht befasst.

Möchte hier keine Werbung machen, allerdings kann es nicht genug Möglichkeiten geben mit dem „Spielen“ aufzuhören.

automatensucht(punkt)de

LG, Stephan

Rac Mai 6, 2013 um 08:55

Ich finde die Anmerkungen vollkommen berechtigt aber sie haben etwas ausgelassen: Final Fantasy

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