Wer süchtig ist, ist nicht mehr frei …

Gastbeitrag von Patrick Möller: www.keinkonsum.de

Sucht bedeutet, abhängig zu sein – von Alkohol, Drogen, Spiel, Computer, Einkaufen, Essen usw.. Wer abhängig ist, riskiert seine Gesundheit, die Persönlichkeit verändert sich. Langfristig wird man einsam und schließlich isoliert. Wer abhängig ist, steckt in einem Teufelskreis und braucht Hilfe, denn Abhängigkeit ist eine Krankheit. Sucht kann jeden treffen. In jeder sozialen Schicht.

Sucht ist eine Krankheit

„Sucht“, so definiert der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe, „kommt nicht von „suchen“, sondern von „siech“, also „krank“. Sucht als ein schleichender Prozess ist nichts anderes als ein „Dahinsiechen“. Niemand wird plötzlich süchtig, vielmehr entwickelt sich Abhängigkeit nach und nach. Meist fängt die Sucht harmlos an: ein zwei Bierchen jeden Abend, ein paar Zigaretten nur, nur noch diese eine Tablette. Zunächst werden die positiven Wirkungen einer Droge genutzt – Entspannung, locker sein, mal richtig durchschlafen, und für viele bleibt es tatsächlich harmlos. Bei manchen jedoch entstehen Gewohnheit und Missbrauch, bei einigen Sucht und Abhängigkeit. Fachleute sehen die Abhängigkeitskarriere so: erst Gebrauch, dann Missbrauch, schließlich Sucht.

Was macht süchtig?

Zunächst einmal wird unterschieden zwischen stoffgebundener und stoffungebundener Abhängigkeit. Alkohol, Drogen, Medikamente sind Substanzen, die abhängig machen. Stoffungebunden sind Süchte wie Arbeits-, Kauf-, Spiel- oder Sexsucht. Die meisten Abhängigkeiten beginnen im Kopf: Die Kennzeichen der psychischen Abhängigkeit sind das unwiderstehliche Verlangen nach der Einnahme eines Suchtmittels, der Kontrollverlust und die Zentrierung des Denkens und Handelns auf das Suchtmittel. Der Übergang von der psychischen zur physischen, d.h. körperlichen Abhängigkeit ist fließend. Oft wird sie erst spät bemerkt. Wird die regelmäßige Suchtmittelzufuhr plötzlich unterbrochen (z. B. durch einen Krankenhausaufenthalt), kommt es bei einer körperlichen Abhängigkeit zu typischen Entzugssymptomen wie Unruhe, Tremor, Übelkeit und Erbrechen.

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