Die schöne virtuelle Welt

Es besteht keine Frage, Spielecomputer, Internet und vituelle Welten haben für viele junge Menschen eine hohe Anziehungskraft. Auf Knopfdruck können sie sich aus dem gewöhnlichen Alltag ausklinken, in die virtuelle Welt einklinken, ständig Neues erkunden, nette Leute kennen lernen, faszinierende digitale Welten, Action und Abenteuer erleben. Vor allem Onlinerollenspiele wie „Everquest“ oder „World ofWarcraft“ ziehen Spieler über lange Zeit hinweg in ihren Bann. Hier können sie Träume von Allmacht und Wettbewerb, Kontrolle und Anerkennung ausleben und emotionale Grundbedürfnisse befriedigen. Wer spielt in der virtuellen Welt, ist nicht allein, ist mittendrin, immer verbunden mit der Onlinegemeinschaft.

In der virtuellen Welt vergeht die Zeit wie im Flug, fern von Langeweile und Alltagsproblemen. Spieler, die nach anfänglichen Schwierigkeiten lernen, das Spiel zu beherrschen, geraten leicht in eine Dynamik, die Fachleute als Frust-Flow-Spirale bezeichnen. Das heißt: Wer trotz negativer Spielfolgen in der virtuellen Welt weiterspielt, dabei Schwierigkeiten, Unglücke und Frustgefühle überwindet, wird für seine Hartnäckigkeit belohnt. Das wiederum steigert die Motivation und Lust weiterzuspielen in der virtuellen Welt. Spielen kann dann zum Flow-Erleben werden. Mit dem Ziel immer schwierigere Spiel-Levels zu bewältigen und im Flow zu bleiben, geht man völlig selbstvergessen in seinem Tun auf. Da viele Onlinespiele in der virtuellen Welt im Prinzip endlos sind, wundert es nicht, dass der Spaß am Computer süchtig machen kann. Leistungsdefiziten in Schule und Job, Nervosität, Ernährungs-oder Schlafproblemen. Mit anderen Worten: Je mehr Zeit ein Spieler vor dem Bildschirm in der virtuellen Welt verbringt, desto weniger Zeit bleibt für Schule, Hausaufgaben, Job, Sozialkontakte, Hobbys, regelmäßige Mahlzeiten, Schlaf, Körperpflege etc..

Dauerspieler vernachlässigen das reale Leben mehr und mehr. Ihnen drohen Jobverlust und der Bruch sozialer Bindungen. Internetjunkies, die täglich 10 Stunden und mehr online sind, in der virtuellen Welt, essen, trinken und waschen sich kaum noch. Viele von ihnen leben von Hartz IV, ohne Zukunftsperspektive. Der Hirnforscher Gerald Hüther bringt die Konsequenzen exzessiven Computerspielekonsums auf den Punkt: „Wer den Großteil seiner Zeit in virtuellen Bilderwelten verbringt, verliert den Bezug zur Wirklichkeit und zu sich selbst. Im Extremfall verkümmern die Wahrnehmung und Interpretation von Körpersignalen. In Südostasien sind bereits die ersten computerabhängigen jungen Männer vor dem Bildschirm verhungert und vertrocknet. Virtuelle Welten bieten neuartige Gefahren auf die man vorbereitet sein muss um nicht in einer parallelen Welt zu versinken.

Treffen kann es so gut wie jeden nicht aufgeklärten Menschen der sich der Gefahren nicht bewusst ist!

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Dimitri - computersucht-hilfe.info Mai 12, 2011 um 15:49

Hallo,

ein sehr spannender Artikel! Vielen Dank!
Ja, die Virtuelle schöne Welt trügt…

LG
Dimitri

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